Mit Kompensationszahlungen für Flüge wird Projekt in Äthiopien unterstützt - Festsymposium vom 2. bis 3. Februar
Die Universität für Bodenkultur (Boku) Wien feiert heuer ihr 140-jähriges Bestehen. Kommende Woche gibt es aus diesem Anlass ein Festsymposium (2. bis 3. Februar) zum Thema "Entwicklungsperspektiven der Universitäten". Quasi als Geburtstagsgeschenk öffnet die Boku ein bisher internes System zur Kompensation von CO2-Emissionen, die bei Flugreisen entstehen, für externe Personen und Einrichtungen. Mit den Kompensationszahlungen wird ein Aufforstungsprojekt der Boku in Äthiopien unterstützt. Boku-Rektor Martin Gerzabek und Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb präsentierten die Pläne am Donnerstag in Wien.
1872 als landwirtschaftliche Hochschule gegründet, habe sich die Boku zu einer "modernen Life-Science-Universität entwickelt, die eine führende Rolle im zentraleuropäischen Raum spielt", betonte Gerzabek. Heute studieren 11.000 Studenten betreut von 2.000 Mitarbeitern in neun Bachelor- und 25 Masterstudien.
Nachhaltigkeit war in diesen 140 Jahren immer ein zentrales Thema an der Boku, was sich laut Gerzabek auch im guten Abschneiden im "Green Metric University Ranking 2011" zeigt, wo die Boku die beste Uni im deutschsprachigen Raum sei. Auch Kromp-Kolb ortet "Aufbruchstimmung" beim Thema Nachhaltigkeit an der Boku, es sei aber trotzdem "noch ein weiter Weg" zu gehen.
Als neues "Leuchtturmprojekt" in diesem Bereich wurde das an der Boku entwickelte CO2-Kompensationssystem präsentiert. Die Boku habe zunächst intern begonnen, die bei Flugreisen anfallenden CO2-Emissionen durch Zahlungen für Klimaschutzprojekte zu kompensieren. Nun wurde dieses System auch für Externe geöffnet; mit u.a. der Österreichischen Entwicklungsbank oder der Austria Development Agency (ADA) wurden erste Unterstützer gefunden.
Bei den unterstützen Projekten will die Boku hohe Qualitätsstandards und Transparenz gewährleisten. Sie sollen nur in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung in den am wenigsten entwickelten Ländern erfolgen. Bei dem ersten Projekt geht es um Wiederaufforstung in Nord-Gondar in Äthiopien, notwendig sind dafür 133.000 Euro. Zum Vergleich: die Kompensationszahlungen der ADA mit 130 Mitarbeitern und entsprechend vielen Flügen liegen bei 5.000 Euro pro Jahr. Sobald mehrere Projekte im Rahmen des Kompensationssystems angelaufen sind, soll man sich auch entscheiden können, wohin die eigenen Zahlungen gehen.
(APA/red)