MedUni Wien: Fehlbetrag von 12 Mio. Euro im Budget - Ärzte in Alarmbereitschaft

Szekeres: Situation ident mit der im Herbst - "Eskalationsszenario" wieder aktuell

Die Ärzte am Wiener Allgemeinen Krankenhaus machen wieder gegen Einsparungen mobil. Dass solche geplant sind, ergibt sich laut Betriebsrat aus dem Budget der Medizinischen Universität (die die Ärzte im AKH finanziert, Anm.) Dieses sieht für das Jahr 2012 einen Fehlbetrag von 12 Mio. Euro vor. Auch für die weiteren Jahre bestehe eine Unterdeckung, wie der Vorsitzende des Betriebsrats des ärztlichen AKH-Personals, Thomas Szekeres, am Dienstagnachmittag in einer Pressekonferenz warnte.

"Es hat sich gar nichts geändert, die Situation ist mit der im Herbst ident", versicherte der Mediziner. Ende des vergangenen Jahres waren die Ärzte am AKH auf die Barrikaden gestiegen, nachdem unter anderem die Reduktion von Diensträdern angekündigt worden war. Letztendlich sicherte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) zu, eine finanzielle Überbrückungshilfe zu gewähren, um die umstrittenen Maßnahmen abzuwenden.

Laut Szekeres soll nun wieder bei den Nachtdiensten gespart werden, jedoch auf andere Art und Weise. So sei etwa die Einführung einer Rufbereitschaft geplant. Die wird von den Ärzten jedoch abgelehnt, wie heute betont wurde. "Dieses Modell ist ein sehr riskantes", betonte Ingwald Strasser, der stellvertretende Vorsitzende des Ärzte-Betriebsrats. Die Ärzte würden während ihres Journaldienstes nicht im Krankenhaus sein, sondern zu Hause. Werden sie benötigt, müssten sie erst von dort anreisen.

Nach Auskunft der AKH-Ärzte wurden bereits bisher rund 100 Posten eingespart. Rund 80 weitere sollen nicht nachbesetzt werden. Das bedeute, dass es zwar 180 Stellen weniger gebe, eine Leistungsreduktion aber nicht vorgesehen sei, wurde kritisiert. Dies würde die Arbeitsbelastung und damit die Burn-Out-Gefahr weiter erhöhen. Die Mediziner wünschen sich nun unter anderem, dass das Pflegepersonal mehr Hilfsleistungen - wie etwa Blutdruckmessen oder Blutabnehmen - übernimmt.

Den Rektor der Med-Uni, Wolfgang Schütz, fordern sie hingegen auf, sich beim Wissenschaftsminister dafür stark zu machen, dass die benötigten Mittel zur Verfügung gestellt werden. "Das Geld wäre da", zeigte sich Szekeres überzeugt. Falls dies nicht gelingt, denken die AKH-Aktivisten bereits an weitere Maßnahmen. Es gebe ein Eskalationsszenario, versicherte Szekeres auf die Frage, ob auch ein Streik möglich sei.

Der angesprochene Rektor erinnerte in einer Reaktion am Dienstagnachmittag auf die jüngst erzielte Einigung mit dem Minister: "Wir haben Ende des Vorjahres mit dem Wissenschaftsministerium eine Überbrückungslösung bis Sommer 2013 erreicht. Dadurch konnte die Reduktion von Journaldiensten ab 1. Februar 2012 abgewendet und eine grundsätzliche Reform der ärztlichen Nacht- und Wochenenddienste in Angriff genommen werden."

Schütz zeigte sich zuversichtlich, dass die aktuellen Gespräche über eine gemeinsame Betriebsführung mit der Stadt Wien, dem AKH und dem Wissenschaftsministerium rasch zu "klaren Leistungsdefinitionen führen". Im Dezember war nämlich auch vereinbart worden, die Struktur des AKH zu überdenken. Derzeit ist die Stadt Spitalsträger, die Ärzte werden von der Med-Uni - also vom Bund - bezahlt.

(APA/red, Bild APA)

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