- Das findet man im Magazin:
„Konstruktive Initiative zur Verbesserung der universitären Zustände“ nennt sich die Gruppe „Uni verändern“ auf Facebook. Früher ihren über 20 000 Anhängern unter dem Namen „Studieren statt blockieren“ bekannt, hat sich diese Plattform abgespalten, um wieder zu dem zu werden, was sie ursprünglich war: ein Diskussionsforum, in dem konstruktive Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Umstände, unter denen wir studieren, erarbeitet werden können.
„Uni verändern“ versteht sich zwar nicht als Gegenbewegung zu den Kollegen, die nach wie vor damit beschäftigt sind, das Audimax zu besetzen, sie wirft ihnen allerdings fehlende Kompromissfähigkeit vor und dass es ihnen weniger um Unipolitik gehe, als um gesamtpolitische Themen. In ihrem Pressetext liefern sie Vorschläge, die ihrer Meinung nach im Machbaren liegen und zu einer Verbesserung für uns Studenten führen würden. So stehen sie für eine individuellere Gestaltung der freien Wahlfächer ein und für Studieneingangsphasen, denen es nicht ganz an Sinn fehlt.
Auch zu den heiklen Themen Zugangsbeschränkung und Studiengebühren haben sie ihre eigene Meinung. So will „Uni verändern“ faire Zugangsbeschränkung, die tatsächlich zu einer Verbesserung der Qualität der einzelnen Studiengänge führen. Sie sagen „ja“ zu Studiengebühren, allerdings nur, wenn sie hundertprozentig den Unis zugute kommen und es deswegen zu keiner Kürzung an öffentlichen Geldern kommt – auch das Stipendiensystem soll verbessert werden, damit sich trotz Gebühren jeder das Studium leisten kann. Zu guter Letzt sind sie für mehr Demokratie in der Unipolitik und für mehr Mitspracherecht der Studenten durch gewählte Vertreter.
Interview mit dem vielbeschäftigten Johannes Bauer, Pressesprecher von „Uni verändern“:
Was ist das größte Ziel von „Uni verändern“?
Es ist schwierig, sich auf eines festzulegen. Im Großen und Ganzen ist es die Verbesserung der Zustände an den Universitäten allgemein. Wir haben da schon unsere Vorstellungen zu allen verbesserungswürdigen Punkten formuliert. Eins der größten Ziele im praktischen Prozess jedoch, und dieser ist wichtig, um überhaupt voranzukommen, ist, die Gesprächsbereitschaft im AudiMax zu erhöhen, damit wir uns als Kritiker besser einbringen können. Ein kleiner Schritt auf dem Gesamtweg – aber ein wichtiger. Daher ist es im weiteren Verlauf das größte Ziel, auf das wir hinarbeiten.
Konntet ihr durch die Abspaltung tatsächlich wieder zu einem konstruktiven Diskussionsforum werden?
Das wird sich erst zeigen, wenn die Plattform etwas gewachsen ist – bislang erfüllt sie ihren Zweck aber wirklich besser als die alte! Die Leute reißen sich zusammen, und im Notfall können auch wir intervenierend eingreifen. Das Diskussionsklima soll schließlich ansprechend bleiben.
Welches eurer Anliegen ist deiner Meinung nach das Wichtigste, das es umzusetzen gilt?
Die Demokratisierung der Universitäten ist eines der wenigen Themen, in denen wir mit den Besetzern absolut konform gehen. Ich denke daher, dass bei diesem Thema die größte Einigkeit unter allen Studenten besteht. Es stellt auch wirklich nichts dar, was nicht unmöglich umzusetzen wäre, und es würden wirklich alle profitieren – man kann dieses Ziel daher gewissermaßen nicht an die Spitze stellen, aber zumindest unterstreichen.
Was hältst du von der anhaltenden Besetzung des Audimax und den Demonstrationen?
Es war zwar wichtig, dass einigermaßen radikal auf die Missstände hingewiesen wurde. Dadurch rückte das Thema ins mediale Interesse und auch unsere Arbeit wurde erst ermöglicht. Leider waren damit einige Unannehmlichkeiten verbunden, die zu Lasten der Studentenkolleg/inn/en gingen, was wir doch auch kritisieren müssen. Sie hätten in einer anderen Form – die neuesten Demonstrationen zogen eher den Unmut der Öffentlichkeit zu sich, als Unterstützung – stattfinden müssen.
Und was hat dich dazu animiert, dich so für die Gruppe „Uni verändern“ einzusetzen?
Als Politikwissenschaftsstudent bin ich natürlich sehr an politischen Vorgängen interessiert. Die neuesten Geschehnisse ziehen einen als Studenten natürlich sofort in den Bann, und man ist gezwungen, sich entweder anzuschließen oder dies zu verweigern. Leider sah ich mich zu ersterem nicht fähig, da viele der geforderten Dinge und die Form des Protests nicht meinen Vorstellungen entsprechen. Mir war aber bewusst, dass es an der Zeit für Verbesserungen ist, und so wollte ich nicht still danebensitzen, sondern mich auch einbringen. Das Ergebnis war die Initiative, die ich mit sechs Kolleg/inn/en gegründet habe.
Artikel + Interview: Natalie Campbell
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hm dazu kann ich nur sagen ohne ein Druckmittel kann man nichts erreichen und das haben wir.
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